Überlegung zu einer anders gelagerten Verbesserung

Bekannt ist sicherlich der Satz: Nur das, was man kennt, schützt man auch. Vertieft man dies, so kann man darauf kommen, dass mit dem ″kennen″ einer Sache die Be­ziehung zu ihr gemeint ist. Je mehr und tiefgründiger ich mich mit etwas beschäftigt habe, desto mehr weiß ich darüber, desto mehr Zusammenhänge sind mir deutlich und die Sache wird gewissermaßen ein Teil von mir. Ich achte mehr und bewusster darauf. Der Begriff des ″Schützens″ kann dann die Bedeutung erhalten, dass ich mich für diese Sache einsetze, dass ich nötigenfalls etwas zum Positiven verändern möchte, dass ich für eine Verbesserung des Niveaus bin.

So kann man den Satz erweitern: Für die Sache oder den Umstand, zu dem ich eine tiefere Beziehung aufgebaut habe, kann ich mich mit einem vertieften Bewusst-Sein einsetzen.

Beziehungslosigkeit – Verantwortungslosigkeit

Wie kann es zu der voranschreitenden Beziehungslosigkeit kommen? Was können Ur­sachen für ein abnehmendes Bewusst-Sein für die Zusammenhänge Mensch – Um­welt – Natur sein?

Ein Grund mag die Bequemlichkeit sein, oder anders ausgedrückt, das Nachlassen ei­nes inneren Antriebes, das Schwächerwerden von inneren Willenskräften. Dafür spricht die Zunahme von vielen elektrischen Kleingeräten im Haushalt, wie beispiels­weise der elektrische Dosenöffner, das elektrische Messer, die elektrisch betriebene Zahnbürste oder der motorbetriebene Laubbläser. In bestimmten Fällen mögen diese technischen Errungenschaften sinnvoll sein, in einer so großen Zahl, wie sie heute eingesetzt werden, wären sie wohl nicht unbedingt nötig.

Zur Bequemlichkeit zählen auch kurze Fahrtstrecken mit dem Auto, die auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu absolvieren wären. Der Faktor Zeit wird allerdings ein zu be­rücksichtigendes Argument sein.

Eine weitere Antwort wird darin zu finden sein, dass die Preise zu hoch sind bezie­hungsweise dass man nicht bereit ist einen entsprechenden Betrag auszugeben. Ökologisch hergestellte Lebensmittel sind in der Regel teurer als konventionelle. Da­durch dass der Faktor des Preises eine hohe Priorität erhält, treten andere Faktoren in den Hintergrund. Die ökologische (biologische) oder zumindest weniger schadstoffbe­lastete Erzeugung; der Einsatz von mehr Menschenkraft als Maschinenkraft; eine faire Entlohnung der Erzeuger (Landwirte und Arbeiter) oder die soziale Absicherung der arbeitenden Menschen (in den meist als ″3. Welt″ bezeichneten Ländern) sind Umstände, die von einem umfassenderen Bewusstsein über Zusammenhänge zeu­gen.

In der Verantwortungslosigkeit ist ein weitere Punkt zu sehen. Vorgesetzte in Betrie­ben ordnen bestimmte Überschreitungen an. Sei es aus Einspargründen für eine fachgerechte Entsorgung, sei es um einen notwendigen Mehraufwand zu umge­hen oder aus anderen Gründen. Verantwortliche Politiker setzen sich -beeinflusst durch Lobbyarbeit, Vergünstigungen etc.- nicht entsprechend ein oder stimmen gegen eine sinnvolle Verbesserung.

⇒ In allen Fällen sind Menschen die Verursacher bzw. Unterlasser (und damit auch wieder Verursacher), sie sind verantwortlich für die Handlungen.

Folgen und Wirkungen von Handlungen

Was sind nun Folgen davon, wenn man etwas verursacht, das heißt eine Entschei­dung oder Handlung -mehr oder auch weniger bewusst- vollzieht?
Das Prinzip, das verdeutlicht werden soll, kann an einem einfach gehaltenen Beispiel dargestellt werden:

Ein Verbraucher möchte ein bestimmtes Produkt kaufen und entscheidet sich für das preisgünstigste. Ein Geldbetrag fließt an den Hersteller des Produktes. Kaufen sehr viele Verbraucher dieses Produkt, kommt ein gewisser Geldfluss zustande. Damit wird das Unternehmen unterstützt, es kommt dort zu einem Aufbau, es kann weiter investieren und kann die Werbung intensivieren. Der Verkauf des Produktes wird wei­ter angeregt

Man kann nun sagen, da wo das Geld hinfließt, da geht auch eine Energie hin, es kommt in der Firma ja zu einem Aufbau.

⇒ Geldzufluss ≙ Energiezufluss || materielle Ebene

Mit weiteren Beispielen möchte ich das vertiefen. Diese oder ähnlich gelagerte Situa­tionen sind wahrscheinlich vielen bekannt

Es ist jemand krank, sagen wir wegen eines Unfalles. Der Kranke bekommt nun einen Anruf oder einen Besuch, an dessen Ende er sagt ″Schön dass du an mich gedacht hast.″ Oder es steht jemand vor einer Abschlussprüfung, vor einem wichtigen Gespräch oder Ähnlichem und hat schon ganz weiche Knie. Da kommt ein Anruf, der Anrufer sagt sinngemäß, dass er gerade an den Prüfling denke und ihm alles Gute wünsche, er sei in Gedanken bei ihm.

Das Hindenken und Mitdenken ist eine Unterstützung, es wirkt eine Kraft unterstüt­zend, förderlich für den anderen.

Ein authentisches Beispiel beim Klettern. Das Mitdenken des am Boden stehenden hilft dem Seilpartner im Felsen. Durch eine Art Hineinversetzen in den anderen, er­fährt dieser eine ungesehene Hilfe. Dies kann ich auch bei Übungen, zum Beispiel im Yoga, beobachten: Der Unterrich­tende denkt beziehungsweise stellt sich während des Praktizierens den Übungsver­lauf für einen Teilnehmer vor, dieser führt die Übung tatsächlich anders aus als bis­her gewohnt.

Gedanken bewirken einen ″inneren Aufbau″, eine ″innere Unterstützung″.

⇒ Gedankenkraft ≙ förderliche Kraft || gedankliche, mitfühlende, seelische Ebene