Der förderliche Aufbau durch den Menschen

Die Beziehung ist ein erster wesentlicher Punkt. Es folgt ein Gedanke, der in die Um­setzung gelangen soll. Hierzu ist es für das weitere Verständnis sinnvoll, einige Hin­tergründe darzustellen.

Der Mensch hat neben seinem physischen Körper, den er sehen und fühlen kann, als weitere Wesensglieder die Seele und den Geist. Herausgreifen möchte ich die Seele, sie verbindet den Körper und den Geist. Sie kann nicht direkt mit den Sinnen wahrge­nommen werden, sie zeigt sich durch drei Kräfte. Diese Seelenkräfte hat jeder Mensch, es ist das Denken, das Fühlen und der Wille, man nennt sie auch die Be­wusstseinskräfte.

Beobachtet man einmal genau, wie in der Welt etwas entsteht, kann man erkennen, dass am Anfang ein Gedanke steht, oder eine Idee, eine Überlegung. Dieser Gedanke beschäftigt den Menschen, es möchte vielleicht ein Künstler ein bestimmtes Werk umsetzen, oder ein Handwerker ein Möbelstück herstellen. Der Gedanke ist zunächst bei diesem Menschen, er strahlt sozusagen noch nicht in das weitere Umfeld.

Mit der weiteren und intensiveren Beschäftigung des Künstlers oder Handwerkers, der Planung und Ausarbeitung, fängt er quasi richtig Feuer und verbindet sich ge­fühlsmäßig mit seinem Projekt. Im idealen Sinne entsteht eine Verbindung, aber kei­ne Bindung, keine Abhängigkeit dazu. Das Projekt soll für andere sein, nicht für den Eigennutz des Schaffenden. Der Umkreis erweitert sich nun, es erfahren andere da­von, sie sehen konkrete erste Planungsschritte, es werden vielleicht Berechnungen angestellt, Material bestellt. Der anfängliche Gedanke hat sich soweit verwandelt, dass ein Gefühl entstanden ist, eine Wirkung in das nächste Umfeld und es sind erste Tätigkeiten sichtbar.

Bei der abschließenden Konkretisierung und Ausführung des Projektes intensivieren sich die Handlungen weiter, die sogenannten Willenskräfte werden noch stärker an­geregt und eingesetzt. Hürden sind zu überwinden, Fehlschläge verursachen andere Schritte, bis das Kunstwerk oder das Möbelstück fertiggestellt ist und den Betrachter, den Käufer, den Nutzer erfreut. Der Umkreis hat sich nun bis in das soziale Umfeld erweitert.

Analog zu diesem Beispiel erfolgt die Umsetzung eines Projektes im Bereich des Um­weltschutzes. Der Gedanke sollte ein übergeordneter sein, eine Idee, die den Bau­herrn, Planer, ausführende Firmen und eventuell dagegen stehende Interessensgrup­pen verbindet.

Das könnten zum Beispiel Gedanken der Ästhetik und der Integration sein. Eine So­laranlage, die die Sonnenenergie nutzt und Warmwasser erzeugt, wird dann nicht nur technisch und statisch sinnvoll auf das Dach gesetzt, dazu kommen Überlegungen, wie sie mit einem Rahmen oder anderen Elementen integriert werden kann oder wie entsprechende Sonnensymbole oder geometrische Formen zur Anwendung kommen können. Desgleichen bei Photovoltaik-Anlagen, die die Sonnenenergie in Strom umwandeln. Neben der teilweise großflächigen Dachmontage sieht man sie auch als Freilandan­lagen große Felder bedecken. Hier kann man über eine schönere Integration in die umgebende Landschaft nachdenken.

Der verbindende Aspekt könnte bei der Fernwärme eine Anwendung finden. Die Hackschnitzelheizanlage mit dem entsprechenden Verrohrungssystem verbindet nicht nur auf technische Art und Weise die Häuser einer Siedlung und versorgt sie mit Wärme, man kann hinzudenken, dass die Menschen damit einen gemeinsamen Punkt haben und darüber hinaus eine soziale Verbindung aufbauen. Diese wiederum kann weitere Nachbarn anregen, so dass sich die zwischenmenschlichen Kontakte und Hilfen letztlich über die Siedlung hinaus fortpflanzen.

Größer wird der Anspruch, wenn der private Bereich weiter verlassen und das öffent­liche Interesse berührt wird. So soll auf einem Gemeindegebiet zum Beispiel ein Windpark mit mehreren Anlagen errichtet werden. Eine starke Bewegung in der Bür­gerschaft und ökologisch orientierte Politiker haben es vorangetrieben, doch gleich­zeitig ist eine Bürgerbewegung entstanden, die vehement dagegen ist. Im Verlaufe der Diskussionen verhärten sich dann die Fronten.

Die eine Seite hat Argumente wie erneuerbare Energien und Unabhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland, Abbau der Atomkraftwerke, Gewerbesteuerein­nahmen für die schwächelnde Gemeindekasse und Unterstützung des einheimischen Arbeitsmarktes. Die andere Seite befürchtet die zunehmende ″Verspargelung″ der Landschaft und damit die Beeinträchtigung des Landschaftsbil­des, die Gefährdung der Vögel durch die sich drehenden Rotorblätter und unange­nehme Geräusche für Bewohner.

Um hier einen übergeordneten Gedanken zu finden, ist eine intensive Auseinander­setzung mit den komplexen Zusammenhängen notwendig. Die weitere Schwierigkeit ist, dass der Prozess schon im Laufen ist. Sinnvolle Ansätze wären in der Richtung, dass nicht nur die Menschen einen Nutzen haben, sondern dass auch die Natur eine Berücksichtigung und Würdigung erhält. Eine reale Dankbarkeit gegenüber der natür­lichen Umwelt mit ihren dem Menschen nützenden Eigenschaften und Potenzialen fehlt zumeist.

In diesem Fallbeispiel ist ein Moderator oder Koordinator maximal gefordert. Finden alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Ziel hin, hat dies enorme Auswirkungen in das ganze weitere Umfeld, es könnte -jetzt ganz weit gedacht- ein Präzedenzfall mit Vorbildcharakter werden, in dem viele Menschen zueinander finden.